Das glaub ich nicht – wie hilft Glauben, meinen Weg zu gehen?

Ihr Lieben,

als ich vor zehn Jahren nach Berlin zog, bekam man noch keine online- Termine beim Bürgeramt. Genauer gesagt: Ich habe zwei Monate darauf gewartet, vor Ort ein paar Kreuze zu machen.
„Die meisten kreuzen ja hier immer nix an!“, sagte die routinierte Dame im Bürgeramt. „Das ist so in Berlin! Mit Glauben hat man’s hier nicht so.“

Nachdem ich mein Kreuz gesetzt hatte, ging ich alleine nach Hause. Aber ihr Satz kam mit. Heißt ein fehlendes Kreuz bei Religion tatsächlich, dass jemand an nichts glaubt? Kann zu glauben, überflüssig sein? Glaubt man den vielen Berlinern und der Dame im Bürgeramt, scheint beides miteinander zu tun zu haben- ja, sogar Normalität zu sein.

Für mich ist es auch egal, an welcher Stelle ein Kreuz steht. Aber wäre da keines, würde für mich mehr fehlen als ein ausgefülltes Kästchen! Ein Licht in meinem Leben. Ich hätte das Gefühl im Dunkeln zu tappen, meinen Weg nicht wiederzufinden, wenn ich mal davon abkomme.

Zu glauben, bedeutet für mich mehr als ein Kreuz an der richtigen oder falschen Stelle. Mein Glaube ist der Ort, mit dem sich meine Seele verbindet, wenn ich mich verliere. Die Fäden, an denen ich mich festhalte, bevor ich falle. Ich bin selber zwischen zwei Religionen aufgewachsen und weiß daher, dass zu glauben, nichts damit zu tun hat, woher wir kommen. Vielmehr ist es der Ort, zu dem wir gehen.

Ein tiefes, inneres Gefühl, dass uns den Weg weist- uns zu dem führt, zu dem wir bestimmt sind. Wenn wir uns zuhören. Zu glauben, bedeutet, dass es einen Weg gibt- auch wenn wir ihn gerade nicht sehen.

Ihn weiter zu gehen, auch wenn alles dagegenspricht! Weil es sich richtig anfühlt. Glauben bedeutet:
Ob du wirklich richtig stehst, fühlst du, wenn das Licht angeht.

Deine L*

Die Naturwissenschaft braucht der Mensch zum Erkennen – den Glauben zum Handeln.

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